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Das Thema von heute:
Was taugen Zahnpastatabletten?
Gefährliche Medienberichterstattung
Ein Täter im Scheinwerferlicht
Anders Behring Breivik ziert die Schlagzeilen in sämtlichen Zeitungen. Er hat sein Ziel erreicht, denn er steht im Rampenlicht. Die Öffentlichkeit hört ihm zu. Es bleibt die Frage, warum die Medien überhaupt so handeln, in jedem Fall wäre nämlich eine Berichterstattung auch möglich, ohne das Gesicht des Täters zu zeigen. Oft bleibt es sogar nicht nur bei einem Foto. Das Leben des Täters wird beleuchtet: Wie war er (es handelt sich meist um Männer) in seiner Kindheit? Oder was sagen Freunde, Familien und Nachbarn zu der Tat.
Berühmt um jeden Preis – auch postum
In die Psyche eines Amokläufers einzutauschen ist nicht leicht. Bei der Polizei beschäftigen sich Fall Analytiker damit – umgangssprachlich auch Profiler genannt. Zum Glück werden sie nur selten gebraucht. Die 50 ausgebildeten Profiler beschäftigen sich mit ca. 80 Fällen pro Jahr. Sie sind für die kriminalistische Eingrenzung von Verdächtigen zuständig. Dies hat aber wenig damit zu tun, wie es im Fernsehen oft dargestellt wird. Doch Psychologen, die mit der Polizei zusammen arbeiten warnen vor zu viel Aufmerksamkeit für den Täter. Doch Medien riskieren es, dass Täter fast schon als eine Art „Vorbild“ dargestellt werden. Gefährlich ist das im Hinblick auf Nachahmungstäter. Letzteren wird damit signalisiert: Je grausamer und brutaler die Tat, desto mehr Aufmerksamkeit wirst du bekommen – auch in Bezug auf Opferzahlen.
Aufmerksamkeit für die Opfer?
Opfer wollen dagegen selten die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit haben. Diese sind es auch, deren Gesicht auf dem Weg zu Gerichtverhandlungen unkenntlich gemacht wird. Doch trotzdem sollen sie das Mitgefühl haben. Die gemeinnützige Hilfsorganisation Weißer Ring e. V., die u. a. Kriminalitätsopfer unterstützt, kritisiert ebenso die „ausufernde Medienberichterstattung“ und glaubt, „der Drang nach Beachtung und Selbstdarstellung“ gehöre zur Strategie der Täter.
Prof Joachim Kersten über die Gefährlichkeit von Medienberichten
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