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Ist Bildung zu teuer?
Die Zeiten der freien und kostenlosen Bildung gehören schon seit langem der Vergangenheit an. Doch Studenten finden sich mit dieser Situation nicht ab, immer wieder kommt es zu Streiks. War früher alles besser oder waren die Studierenden einfach fleißiger um schnell fertig zu werden?
Zahlreiche Studentenstreiks im November
In vielen Städten Deutschlands gingen die Studenten erneut auf die Straße um zu demonstrieren. Der Grund: Die Zweifel an dem bestehenden Bachelor- und Mastersystem werden größer. Die Verschuldung der Uni sehen dabei auch immer mehr Kritiker als wunden Punkt an.
Bachelor und Master in der Kritik
Mit Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge verabschiedete man sich weitreichend von gängigen Abschlüssen wie Magister oder Diplom. Was in anderen Länder, vor allem in den USA, funktioniert, kann auch für Deutschland nur gut sein.
Die Wahrheit jedoch sieht anders aus. Die langwierigen Studienprozesse werden durch ein kurzes Aufbaustudium, dem Bachelor, ersetzt. Dieses soll die Basis für die berufliche Karriere bilden, durch den Master kann man im Anschluss eine akademische Bildung erreichen. Eine Verschulung des neuen Studiensystems ist die Folge. Ein Nebenjob? Undenkbar, teilweise zeitlich kaum zu lösen. Hinzu kommen Aufnahmesperren für den Masterstudiengang. Denn nur mit besonders guten Leistungen kann man weiter studieren. In Zeiten der Globalisierung wird immer mehr darauf geachtet einheitliche Abschlüsse zu erschaffen.
Reichen 5 Semester für eine Ausbildung?
Immer mehr Studenten bezweifeln daher das System. Hinzu kommen teure Studiengebühren, für viele eine weitere Hürde, die ein Studium in den Bereich der Utopie rücken. Aber wenigstens ein Gutes haben die Studiengebühren: Universitäten haben so die nötigen Mittel um eine entsprechende Bildung zu gewährleisten. Zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht leider immer noch anders aus. Überfüllte Vorlesungen, marode Gebäude und veraltete Technik. Die Demonstranten fragen sich zu Recht wo all das Geld geblieben ist? Kann man erwarten, dass Bildung kostenlos ist? Eliteuniversitäten in anderen Ländern verlangen schließlich auch Gebühren und dies nicht zu knapp. Wer Glück hat, bekommt ein Stipendium.
Bild: obs/Hochschule Furtwangen University
Ist die deutsche Bildung durch das Bachelor- und Mastersystem gefährdet? Wie kann man die Situation verbessern? Oder übertreiben die Studenten etwa maßlos? Wie hohe Studiengebühren sind angemessen?
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John Doe
1. Dezember 2009 um 18:36
Ich habe ja noch nicht mal was gegen da Wort “Zweiklassen”, denn die gibt es ja schon ewig. Doch was mich an der ganzen Sache so sauer macht ist das sich die Oberschicht immer mehr zurückzieht. Wer hart und viel arbeitet der soll dafür auch gut bezahlt werden. (bekommst Du was du verdienst, verdienst Du was du bekommst). Nur wächst jetzt eine Generation heran die noch nichts geleistet hat und von dem profitieren was ihre Eltern aufgebaut haben (Kapital, Netzwerke usw.).
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Anna
1. Dezember 2009 um 16:32
@ Jon Doe: Leider hast du recht! Es ist doch schrecklich, dass Deutschland zur Zweiklassengesellschaft wird!
Es wird immer so sein, dass derjenige der viel Geld, sich besseres oder einfach mehr leisten kann, wogegen ich auch nicht einzuwänden (< - neue deutsche Rechtschreibung) habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Versorgung bei schweren Krankheiten wie Krebs unterschiedlich ist, bei Erkältungsbeschwerden etc. wird das allerdings der Fall sein und das ist nicht richtig.
Wie schon geschrieben, wer Talent hat, strebsam ist usw. soll gefördert werden und zwar auf Kosten der Allgemeinheit. Wer genug Geld hat, der wird es auch irgendwie schaffen. Man sollte aber vor allem ein Auge auf die Mittelschicht werden, denn ohne die geht es schließlich nicht.
Studieren ist schön, aber ohne die Arbeiter und Angestellten in der Mittelschicht hätten die Hochschulabsolventen nichts mehr zu tun!
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John Doe
1. Dezember 2009 um 16:18
@ Anna
Chinesisch im Kindergarten vollkommener Schwachsinn gebe ich dir vollkommen Recht. Wenn ich so manchmal unter Kolleginen & Kollegen die Kinder in der Schule haben mithöre wird mir echt übel. Da werden die Leistungsfächer wie Latein oder Chinesisch gewählt, weil die Klassenfahrten dann in die Länder gehen!!!! und die Eltern stöhnen weil sie das Geld nicht dazu haben. Oder Fächer werden belegt weil sie einfach cool sind. BWLer gibt es doch wahrlich genügend, es müßte ein Numerus clausus auch für diese Studiengänge eingeführt werden.
Es stellt sich die Frage ob es überhaupt gewünscht ist das sich in der deutschen Bildungspolitik etwas ändert. Die Elite hat sich ihre Privatunis doch schon geschaffen, wo sie schön unter sich sind und der Rest kann sich ja auf den öffentlichen Einrichtungen einen abmühen.
Deutschland ist, wird eine zweiklassen Gesellschaft ….Bildung/Gesundheit
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Anna
1. Dezember 2009 um 15:41
In Deutschland schaut man immer nur auf die Unis. Mag ja sein, dass da ein paar kluge Köpfe rumlaufen, aber das ist nicht die Regel. Mich stört diese Denken a la “Komm ich heut nicht, komm ich morgen”. Viele Studenten wissen doch gar nicht, was sie erwartet, wenn sie sich einschreiben. Und wenn einem gar nichts mehr einfällt, studiert man halt BWL. Diejenigen, die nur 8 Semester brauchen und super Noten bei ihrem Abschluss haben, die brauchen wegen mir keinen Cent zu bezahlen! Aber 12 Semester rumtreiben, Party machen, womöglich BAföG kassieren und dann noch denken, das alles sei kostenlos, halte ich für Humbug!
Man müsste viel früher anfangen auf die Bildung zu achten und nicht erst am Ende der Schulzeit. Ich glaube die heutigen Lehrinhalte sind nicht mehr die richtigen. Manche Fächer mögen ja ganz interessant sein, werden aber im späteren Leben nicht benötigt. Ich erinnere mich im speziellen an meinen Biologieunterricht als wir 2 Wochen lang über die Photosynthese gesprochen haben. Gääääähn…
Dagegen habe ich erst in der Berufsschule von “5 Weisen” gehört. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, umgangssprachlich die fünf Wirtschaftsweisen genannt, ist ein Gremium, das im Jahr 1963 eingesetzt wurde. Es befasst sich wissenschaftlich mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. (Quelle: wikipedia)
Interessen sind verschieden, das ist klar, aber in der Schule wird kaum darauf eingegangen, wer welche Interessen hat und wen man diesbezüglich fördern kann! Ich halte nichts davon im Kindergarten schon chinesisch zu lernen, aber die Eltern müssen sich mehr kümmern. Es wäre viel zu einfach alle Probleme etc. auf den Staat abzuwälzen.
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John Doe
1. Dezember 2009 um 13:43
Mit der Bildung ist es doch mittlerweile wie mit der Gesundheit!!! Es geht um die wirtschaftlichkeit. In Deutschland wird gerade in der Bildung kein nachhaltiges Management betrieben. Warum wird in Deutschland auch nur in Richtung Uni geschielt, eine Gesellschaft braucht eine solide Basis und die wird nicht erst an den Unis gelegt.
Was Schmidtchen nicht lernt , lernt Schmidt nimmermehr. Warum werden in diesem Land Pisastudien so ignoriert
oder fehlinterpretiert ?
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Nadja
1. Dezember 2009 um 08:41
Bachelor und Master sind an sich keine schlechten Studiengänge und international funktioniert das ja auch.
In Deutschland klappt nicht nur das nicht.Und zwar ist das vollkommen regierungsunabhängig.Also egal ob rot-grün, schwarz-rot,schwarz-gelb>>> alle haben es nicht hinbekommen.Es wird viel diskutiert. Gemacht wird wenig.Stümperhaft hat man die o.g.Studiengänge eingeführt, die Lehrpläne ziemlich gestrafft, an Personal gespart.Die Studenten müssen unter untragbaren räumlichen Problemen leiden, teilweise demotiviertem Lehrpersonal.Warum klappt das im Ausland und an Privat-Unis.
Gut finde ich ansonsten, dass es sich um straffe Lehrgänge handelt. Die Zeit für Dauerstudenten und Rumloddern im ersten Semester ist vorbei.Das Problem ist an sich noch größer.Das, was teilweise an Abiturienten so kommt, ist extrem schlecht auf ein Studium vorbereitet.Dadurch gibt es zusatzbelastungen.
Im ausland klappt das alles.Mehr Professoren stehen kleineren Studiengruppen zur Verfügung.Natürlich müssen auch ausländische Studenten nebenbei arbeiten und in fast allen Ländern Studiengebühren zahlen.Aber dort wird das Geld auch dort eingesetzt, wo es sinnvoll ist.Das kann man hier ja nun nicht sagen.Und wenn gestreikt
wird, dann bitte gegen diese verknöcherten alten Strukturen hierzulande.
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