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Ärzte arbeiten zu wenig
Bild: obs/ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
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Ärzte arbeiten zu wenig

Warten bis der Arzt kommt

Arzt ist nicht gleich Arzt. Auch unter den Medizinern gibt es schwarze Schafe. Andere opfern sich regelrecht für ihre Patienten auf. Eine Umfrage der Krankenkasse AOK ergab, dass Hausärzte durchschnittlich mehr Zeit für Kassenpatienten aufbringen als Fachärzte. Während die Hausärzte im Schnitt rund 47  Stunden mit Kassenpatienten inklusive Verwaltungsarbeit und Hausbesuchen beschäftigt sind, sind es bei den Fachärzten nur 39 Stunden. Zur Berechnung des Honorars der Ärzte werden wöchentlich allerdings 51 Stunden für Kassenpatienten verlangt. Allgemeinmediziner verdienen unter den Ärzten gerade mal durschnittlich, aber vor allem in ländlichen Regionen müssen sie für ihr Geld hart arbeiten, unbezahlte Überstunden inklusive.  “Momentan bekommen die Versicherten nicht genügend Leistungen für das, was sie Monat für Monat bezahlen”, sagte der AOK-Vorstandschef Jürgen Graalmann.

Kassenpatienten bekommen zu wenig Aufmerksamkeit

Diese Kritik ist nicht neu. Schon lange ist bekannt, dass gesetzlich Versicherte den privat Versicherten gegenüber benachteiligt werden. Letztere bekommen schneller einen Termin, auch dann wenn es bei den Kassenpatienten ein akutes Problem gibt. Unter Umständen kann es bis zu drei Wochen dauern, bis ein Kassenpatient einen Termin beim Facharzt bekommt. “Trotz mehr Geld und immer mehr Geld im System wird die erlebte medizinische Versorgung nicht besser”, so Graalmanns Vorwurf. Die Kassenärztliche Vereinigung weist (KBV) die Vorwürfe zurück und betitelt sie als „Unverschämtheit“. “Seit Jahren erbringen die rund 137 000 niedergelassenen Ärzte wesentlich mehr Leistungen, als sie bezahlt bekommen”, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler. Laut einem einheitlichen Vertrag seien Ärzte lediglich verpflichtet 20 Sprechstunden wöchentlich abzuhalten. Dieser Vertrag wurde auch von den Krankenkassen unterschrieben.

Sanktionen für Ärzte bei zu langen Wartezeiten?

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verkündigte am Montag, demnächst solle ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, was eine „angemessene und zeitnahe“ Versorgung von Kassenpatienten verankern soll. Dort wurden Vorschläge seitens Regierung laut, Ärzten die Honorare zu kürzen, falls Patienten zu lange auf Termine warten müssten. “Die Versorgung der Patienten wird doch nicht dadurch besser, dass den Ärzten auch noch die Honorare gekürzt werden”, kritisierte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Hintergrund war eine Studie des BKK Bundesverbandes. Dem zu folge müssen Kassenpatienten durchschnittlich 20 Tage auf einen Termin warten, Privatversicherte hingegen nur 12 Tage.

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Verwandte Themen: Gesetz, Gesundheit

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Eine Meinung
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11. September 2011 um 12:54

Die Überschrift ist ja schonmal völlig daneben. Ich kenne keinen Arzt, der zu wenig arbeitet.
Ärzte und auch Pflegepersonal sind genervt von immer bürokratischeren Hürden, von diesem Rabattvertragssystem, völlig ungleichen Bezahlungen, usw.
Ich bin Kassenpatient und sehr froh darüber.Ich kenne auch die andere Seite, denn ich war auch mal privat
versichert. Da ist mehr Schein als Sein. Bei manchen Ärzten gibts auch mal schneller Termine.
Das ist kein Wunder, denn manche Praxis könnte aufgrund einer völlig verfehlten Gesundheitspolitik(Danke FDP)
ohne Privatpatienten nicht überleben.
Und die Privatkassen erhöhen immer wieder die Beiträge, zahlen aber auch immer weniger.Manche
Dinge, die die gesetzlichen Kassen übernehmen, sind bei Privatkassen ausgenommen.Viele machen den Fehler
, dass sie das Kleingedruckte nicht richtig lesen.Und im Alter wirds richtig schlimm.Viele können sich noch
nicht mal mehr den Basistarif leisten, so dass Sozialhilfeträger einspringen müssen.
Chefarztbehandlung bedeutet auch nicht, dass auch wirklich der Chefarzr erscheint. Er darf nämlich delegieren.
Wer nicht wegen jedem Darmwind zum Arzt rennt, wird in der Regel sehr gut von Hausärzten und Fachärzten behandelt.
Was geregelt werden muss ist die medizin. Versorgung in strukturschwachen Gebieten. Jeder, der Arzt werden will, müßte vorher unterschreiben, dass er dahin geht, wo er gebraucht wird. Ökonomen haben wir mehr als genug. Ein Arzt ist in allererster Linie Arzt. und wer von vornherein zu faul ist, Notdienste zu schieben, Hausbesuche zu machen, sollte sich nen anderen Job suchen.Solche Ärzte brauchen wir nicht.

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