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Im Wachkoma
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Das Thema von heute:
Was taugen Zahnpastatabletten?

Im Wachkoma

Reinhard Mey erzählte bei „Beckmann“ von seinem Sohn Maximilian, der seit 6 Monaten im Wachkoma liegt.

Als „Appalisches Syndrom“ wird in der Medizin der Zustand zwischen tiefer Bewusstlosigkeit und bewusstem Wachsein beschrieben. Die Patienten können weder essen, noch trinken und viele können nur noch wenig auf ihre Umwelt reagieren. Darum ist es vor allem für die Angehörigen sehr schwer damit umzugehen, da man oft nicht sagen kann, wie viel der Patient mit bekommt und nicht mit anderen kommunizieren kann, um etwa zu sagen, ob es zu warm oder kalt ist. Zwischen 3000 und 5000 Menschen fallen in Deutschland jedes Jahr ins Wachkoma, viele von ihnen bleiben in diesem Dämmerzustand.

Reinhard Mey spielt seinem 27-jährigen Sohn etwas auf der Gitarre vor, in der Hoffnung, dass er ihn hören kann und das es ihn beruhigt. „Manchmal haben wir das Gefühl, er will etwas sagen. Dann ist er sehr aufgeregt und wir versuchen ihn zu beruhigen und sagen: Max, wir verstehen, was du uns sagen willst, du kannst es jetzt noch nicht ausdrücken, aber es wird einen Tag geben, an dem du uns sagen wirst, was du uns jetzt sagen willst.“ sagte Mey bei „Beckmann“. Und weiter: „Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, hätte ich vor einem halben Jahr noch gesagt, ich möchte mit ihm nach Kambodscha fahren, er soll mir sein Lieblingsland zeigen. Heute wünsche ich mir, ich könnte ihn im Stuhl in einen sonnigen Park fahren und wir können miteinander reden“.

Ursachen sind häufig Unfälle, bei denen die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen war. Auslöser kann auch ein längerer Herzstillstand sein.

In Italien hatte ein Vater die Geräte, die seine 38-Jährige Tochter am Leben erhielten abschalten lassen. Eluana Englaro war 17 Jahre im Wachkoma und die Ärzte hatten alle Hoffnung aufgegeben. Der Vater begründete seine Entscheidung damit, er hätte sich nie richtig von seiner Tochter verabschieden können und er wüsste, dass seine Tochter diesen Zustand nicht gewollt hätte. Damals mischten sich sowohl Politik als auch Vatikan ein, denn in Italien ist selbst die passive Sterbehilfe verboten.

Seit September regelt das Patientenverfügungsgesetz unabhängig vom Krankheitsstadium nach dem Willen der Patienten. Lehnt ein Patient lebenserhaltende Maßnahmen ab, so muss dies vom behandelnden Arzt umgesetzt werden. Aktive Sterbehilfe ist jedoch weiterhin verboten.

Weitere Infos: Vorlage einer Patientenverfügung

Bild: obs/B. Braun Melsungen AG

Ab wann würdest du die Hoffnung für einen betroffenen Angehörigen aufgeben? Hast du dir bereits Gedanken über eine Patientenverfügung gemacht? Ziehst du diese überhaupt in Betracht?

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Eine Meinung
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16. September 2009 um 23:48

Ich finde, das ist ein sehr heikles Thema.
Wenn eine 80jährige Oma lebensmüde ist und aufhört zu essen, um zu sterben oder Tabletten schluckt, um sich umzubringen, dann finden das heutzutage viele in Ordnung.
Wenn aber eine 25jährige von der Brücke springen will, wird mit allen Mitteln versucht sie zu retten und dann wird sie in die Klapse eingeliefert.
Das ist für mich mit zweierlei Maß gemessen.
Klar, es heißt dann immer, die alte Frau hat ja schon ihr Leben gelebt und alles hinter sich und hat körperliche Gebrechen usw…. Aber wer kann denn schon beurteilen, ob die 25jährige ihrem Gefühl nach vielleicht auch schon genug erlebt hat und ob ihr inneres Leiden vielleicht viel schlimmer ist als die körperlichen Probleme einer alten Frau?
Letztendlich ist die Todessehnsucht von alten Leuten meist auch nicht mehr als eine Depression. Warum werden die nicht einfach in der Klapse behandelt? Lohnt sich wohl nicht mehr?

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