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Organe spenden oder nicht?
Bild: ABDA
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Das Thema von heute:
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Organe spenden oder nicht?

Jeder Bürger soll sich zum Thema Organspende äußern

Eine Organspende ist eine heikle Angelegenheit. Ist ein Mensch erst krank machen sich die wenigsten darüber Gedanken, ob sie zu Organspenden bereit sind. Auf der anderen Seite warten derzeit 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Die meisten auf eine Niere und das fünf bis sechs Jahre – Alle acht Stunden stirbt einer von ihnen. Nun soll eine Neuregelung die Menschen motivieren sich über das Thema Organspende Gedanken zu machen. Überraschend hat sich das Parlament einen Gruppenantrag geplant: “Es ist das gemeinsame Ziel, die Zahl der Organspender in Deutschland zu erhöhen.” Der Bürger soll künftig in regelmäßigen Abstanden gefragt werden, ob er zu einer Organspende nach seinem Tod bereits ist – “ohne jedoch eine Antwort zu erzwingen oder Sanktionen auszuüben”.

Nierenspende durch Frank-Walter Steinmeier

Sicher ist jedoch noch nicht, ob der Bürger zu einer Entscheidung gezwungen werden soll – zweitrangig ob ja oder nein – oder ob zugesandte Dokumente auch unbeantwortet bleiben dürfen. Auch das Wann ist ungeklärt. Möglich wäre eine Befragung im Zusammenhang mit der neuen Gesundheitskarte. Pro eine Million Einwohner sind in Deutschland nur rund 16 bereit, Organe zu spenden. Laut Umfragen sind zwar um die 70 Prozent bereit dazu, doch nur 20 Prozent von ihnen haben das durch einen Organspendeausweis dokumentiert. Im vergangenen Jahr hatte Frank-Walter Steinmeier (SPD) seiner Frau eine Niere gespendet. Das hat dem Thema Organspende viel Aufmerksamkeit gebracht.

Spendenbereitschaft soll steigen

„Ich bin froh, dass wir heute eine Verständigung erzielen konnten“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) zu „Spiegel online“. „Mit dieser neuen Regelung wird eine wichtige Voraussetzung geschaffen, dass die Zahl der Organspenden in Deutschland steigen wird.“ Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zeigte sich zufrieden. Bislang dürfen nach dem Tod eines Menschen nur Organe entnommen werden, wenn der Patient vor seinem Tod seine Zustimmung gegeben hat (z. B. mit einem Organspendeausweis) oder seine Angehörigen einer Organentnahme zustimmen. Der Deutschen Hospizstiftung reicht das nicht aus: „Heute werden von den 4.000 Hirntoten jährlich nur 1.900 gemeldet. Das ist Organisationsversagen.“, sagte der Geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch. Er fordert mehr Transparenz und ausführliche Beratung, da sich viele die Fragen stellen wie „Werde ich als Organspender trotzdem noch bestmöglich behandelt? Was heißt es eigentlich, hirntot zu sein? Welche Kriterien spielen bei der Organverteilung eine Rolle?“

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