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Wie wichtig Geschwister für Kinder sind
Bild: obs/JAKO-O
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Wie wichtig Geschwister für Kinder sind

Jedes vierte Kind ist ein Einzelkind

Einzelkinder gelten als Egoisten, die verwöhnt und nicht gerne bereit sind zu Teilen. Doch stimmt das wirklich oder ist es nicht eine Frage der Erziehung, ob die Eltern einem Kind vermitteln, was es bedeuten würde, wenn da noch ein paar Kinder wären. Von den 13,3 Millionen Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst jedes vierte Kind ohne Geschwister auf. In vielen Fällen bleibt das aber nicht so. Durch Scheidung und Trennung gibt es oftmals Patchwork-Familien, wo der neue Partner eines Elternteils wiederum Kinder mit in die Familie bringt.

Vorteile wenn ein Kind keine Geschwister hat

Fachleute lassen Vorurteile gegenüber Einzelkindern nicht gelten. “Es ist heute kein Manko, ein Einzelkind zu sein”, sagt Christian Alt vom Deutschen Jugendinstitut. “In der Summe sind Einzelkinder nicht besser und nicht schlechter dran als Geschwisterkinder.” Sicher gibt es Vor- und Nachteile ein Einzelkind zu sein. Vorteile sind zum Beispiel, dass die Eltern ihre ganze Zeit und Aufmerksamkeit auf ein Kind richten können, was aber auch den Nachteil hervorbringt, dass der Erwartungs- und Erfolgsdruck größer wird. Doch Geschwister lernen auch viel aneinander: Die Jüngeren Respekt und die Älteren Verantwortung. Doch Einzelkinder sind nicht unbedingt egoistisch: “Oft sind sie sogar sozialer und geben gerne weiter, weil sie so viel bekommen haben”, berichtet die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Paula Honkanen-Schoberth. Für Einzelkinder ist es wichtig möglichst früh mit anderen Kindern, etwa in der Kita in Berührung zu kommen, damit sie lernen sich zu messen und weiterentwickeln.

Geschwister fördern Individualität und Zusammengehörigkeit

„Geschwisterbeziehungen oszillieren zwischen Liebe und Hass, Lust und Schmerz, Großzügigkeit und Neid, Angst und Vertrauen, Solidarität und Rivalität“, schreibt die Psychoanalytikerin Katharina Ley in ihrem Buch „Geschwisterbande”. „Im Erleben und Gestalten dieser ersten Liebesbeziehungen“, so Ley, „entwickeln sich sowohl Individualität als auch Gemeinschaftssinn und Bindungsvermögen.“ Geschwisterliebe hat jedoch auch etwas mit dem Altersunterschied zu tun: „Je größer der Altersunterschied, umso weniger Konfliktpotenzial birgt eine Geschwisterbeziehung“, erklärt der Geschwisterforscher Walter Toman. Geschwister neigen dazu prompt das Gegenteil vom dem zu tun, was Bruder oder Schwester tun. Hört der eine gerne klassische Musik, neigt der andere zu Techno. Der Grund dafür ist nicht unbedingt das „Anders sein“, sondern viel mehr, weil jedes Kind „seine eigene Rolle“ in der Familie einnehmen will.

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