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Frankfurter Buchmesse: Gastland China
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Frankfurter Buchmesse: Gastland China

Am 14.10.2009 wurde die diesjährige Frankfurter Buchmesse eröffnet. Im Mittelpunkt der Buchmesse steht vor allem der digitale Wandel, der auch vor der Verlags- und Buchbranche keinen Halt macht. Aber neben der Attraktion der E-Books und deren elektronischen Lesegeräte wird die Buchmesse vor allem von hitzigen Debatten begleitet.

Auf die aktuelle Situation in China wird nicht hingewiesen

Exil-Autoren aus China, und in China noch lebende Autoren waren sich über Sinn und Inhalt der Messe nicht einig. Die Umweltaktivistin Dai Qing erklärte in einem Interview, dass die chinesischen Funktionäre zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse zwar von blühenden Landschaften gesprochen hätten, aber sie nicht ein Wort über Zensur und inhaftierte Autoren gesprochen hätten. Besonders derarte Veranstaltungen wären eine ideale Plattform um auf die aktuelle Situation in China aufmerksam zu machen. Der im Exil lebende Schriftsteller Ma Jian stimmt der Umweltaktivistin zu; es sei aber nicht falsch gewesen China einzuladen. Aber die chinesische Regierung würde solche Anlässe nutzen, um sich nach außen als vollkommen zu präsentieren. Auf die Missstände im Land würde nicht hingewiesen werden.

War es richtig China einzuladen?

Auch in Deutschland wurden die Diskussionen über Chinas Einladung auf der Buchmesse immer wieder aufgegriffen. So kritisierte die diesjährige  Literaturnobelpreisträgerin den Ehrengast China, denn zwar könnte man wirtschaftliche Erfolge in China beobachten, aber eben dies sei auch ein Grund für die Verachtung der Menschenrechte. Auf der Messe sagte sie: “Es ist leider so, dass China sich so rauschhaft entwickelt – in der Wirtschaft und in allen möglichen Bereichen. Aber dass es sich nicht Gedanken darüber macht, dass dabei die Menschenrechte beiseite liegen bleiben.”

Chinesische Vertreter reagieren mit Unverständnis

Durch die ständige Kritik fühlt sich China nicht als Gast auf der Messe, sondern mehr wie vor einem Tribunal, so chinesische Vertreter. Li Pengyi, stellvertretender Präsident des größten chinesischen Verlagshauses teilte mit, dass die Berichterstattung einseitig wäre und man sich mehr auf die Literatur konzentrieren sollte.

Bild: Quelle: Tino Hemmann

War es richtig China einzuladen? Oder haben die chinesischen Vertreter Recht und man sollte den Fokus tatsächlich mehr auf die Literatur legen? Interessiert dich, welche Bücher dort vorgestellt werden oder entscheidest du erst im Buchladen ob du ein Buch kaufen wirst? Bevorzugst du den Kauf beim Onlinehändler oder im Buchhandel?

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Eine Meinung
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17. Oktober 2009 um 09:07

Hallo,

es ist irgendwie widersinnig, sich auf Buchmessen, bei Staatsbesuchen, in politischen Zirkeln, in Internetforen über Missstände in China zu beschweren, dabei seinen Protest in eine Tastatur eintippend, die nebst der restlichen Computerteile mit hoher Wahrscheinlichkeit in China produziert wurde.
Bei der chinesischen Führung müssen doch die Proteste lediglich ein müdes Lächeln hervorrufen, im (Selbst-) Bewusstsein, die Abhängigkeit ja regelrechte Sucht der Welt nach preiswerten chinesischen Produkten zu bedienen. Wenn man so will ist hier China momentan ein Monopolist.

Gutgemeinte Appelle a la „gut das wir mal drüber gesprochen haben..“ nutzen wenig.
China kann vermutlich nur zum Überdenken und Einlenken „überredet“ werden, indem seine Produkte seitens der Auftraggeber und Verbraucher boykottiert werden und China damit an der empfindlichsten Stelle treffen, seiner Wirtschaftskraft.

Da jedoch weder Unternehmer legitimerweise auf ihre Gewinnspanne, noch wir Verbraucher in Freizeit und Beruf auf diverse preiswerteste Annehmlichleiten verzichten wollen und z.T. auch gar nicht mehr verzichten können, wird ein Boykott sehr unwahrscheinlich.

Gruß, schlotter

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