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Dörthe's Diary
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Stromausfall bei Dörthe
Es muss was Überirdisches geben. Denn kaum beschwert man sich, dass man unter Strom steht, passiert folgendes. Kein Witz, (fast) keine Übertreibung, eine wahre Geschichte….
Hatte am Freitag Urlaub, um mal die ersten Weihnachtsgeschenke für meine Liebsten zu besorgen. Auf diesem Weg: NEIN Birte, Du bekommst kein Parfum und auch nicht diese Lederjacke, die du neulich gesehen hast. Und leider auch kein Wellnesswochenende. Vielleicht nächstes Jahr, gelle Paul!?!??!
Geschafft und doch zufrieden kam ich gegen halb sechs nach Hause. Viele schöne Weihnachtsgeschenke gefunden und noch ein paar Schnäppchen für mich gefunden. Das frisch ausgezahlte Weihnachtsgeld war somit wieder in den Wirtschaftskreislauf gesteckt worden und ich war glücklich. Ich packte alles aus, zog mir meine ausgebeulte Jogginghose an, machte den Fernseher an und mir es auf der Couch gemütlich. Kaum saß ich, stellte ich fest, dass mein Akku von meinem wunderschönen Smartphone fast leer war. Noch 40 Prozent, aber ich wollte ja auch noch ne Runde Angry Birds und Coin Dozer spielen, dass frisst echt wie blöd Strom. Diese blöden Akkus halten einfach nicht. Also wieder von der Couch hoch und ins Schlafzimmer, da lag das Ladegerät. Ich steckte mein Handy ein und es machte BAFF. Alles dunkel. Hhm. Sicherung rausgeflogen??? Ich tapste im Dunkeln zum Sicherungskasten, stieß mir den kleinen Zeh am Türrahmen und fluchte. Sicherungen alle drin. Was war los??? Ich erfühlte den Weg in die Küche, haute mir den anderen Zeh an, um dann festzustellen, dass der ganze Ort dunkel war. Stromausfall!!! Natürlich hatte ich mein Handy (das einzige funktionierende technische Gerät in meinem Haushalt) im Wohnzimmer liegen lassen, so dass ich fluchend wiederum im Dunkeln zurück ins Wohnzimmer tapst. Diesmal war es die Schulter, die sich mit dem Türrahmen anlegte, ich fiel ein Stück nach vorne, so dass mein Knie Bekanntschaft mit dem Wohnzimmertisch machte. Zum Glück, denn sonst hätte ich mich doch glatt hingelegt. Naja. Dann kam ich auch schon auf die glänzende Idee, die Taschenlampe-App auf meinem HTC aufzumachen. Licht! Gut, dass ich da nicht früher drauf gekommen war. Ich hatte mich schon gefragt, wofür diese an und für sich sinnlose App gut war.
Ich suchte Kerzen, denn leider hatte ich noch nicht weihnachtlich geschmückt, so dass Kerzen direkt auf dem Tisch stehen. Hatte es auch eigentlich gar nicht vor. Mein Handy zeigte 38% Akkuleistung an. Na toll. Und nun??? Na, mal auf Facebook gehen. Endlich habe ich auch mal der Welt was Wichtiges mitzuteilen. „Wünsche mir Strom, Stromausfall!“ Zwanzig Minuten rum und mir war langweilig. Ich rief Birte an. Die fluchte mindestens genauso schön, denn sie hatte sich fünf Minuten vor dem Black out eine Pizza in den Ofen geschoben, hatte Hunger und dank meines Anrufes, konnte ich sie davon abhalten ihr Essen wie ein Eis zu lutschen. Ich fragte, wie es mit dem Akku ihres Handys aussah. Gut, sagte sie grinsend. Vor allem weil sie nachdem ihre Pizza im Ofen war, angefangen hatte, Angry Birds zu spielen und dass Telefonat machte es nicht besser. Nach zehn Minuten Gespräch, machte es tut und ihr Akku war schon mal leer. Sie konnte mir nur noch schnell mitteilen, dass ich mir keine Sorgen machen brauchte, denn sie hatte im Dunkeln den Tablet-PC von Paul gefunden, da war auch Angry Birds drauf und sie wollte schon mal wissen, wie lange dieser Akku wohl hält.
26 %. Mir war soooo langweilig. Wieder schaute ich, was bei Facebook los war und stellte diesmal öffentlich fest, dass Birte und ich definitiv nicht für Notsituationen geschaffen sind. Wir gingen ganz sorglos mit dem bisschen Akku, was wir hatten um, wer weiß, wann es wieder Strom gab. Das ist, wie wenn man alle Vorräte nach einem Flugzeugabsturz auf einmal frisst, nur damit man nochmal satt ist. 21%
Langsam machte ich mir Gedanken über meine Gefriertruhe. Wie lange bleibt denn das Zeug darin kühl!??! Es war schon über eine Stunde vergangen… Scheiß was drauf, ich spiele jetzt auch Angry Birds. Kaum hatte ich dies beschlossen, blitzte für eine Millisekunde Licht auf. Strom!?!?! Eher ein Zucken. Was macht man denn bitte ohne Strom? Kein Fernseher, kein Internet, kein Backofen. Meine Wohnung kühlte auch langsam aus. Naja, wenn es noch kälter werden würde, bräuchte ich mir auch keine Sorgen mehr um meine Gefriersachen machen… Doch siehe da, nach einer ganzen Stunde und noch viel längeren 20 Minuten wurde es wie durch ein Wunder wieder hell.
Ersatzakku gekauft und geladen!!! Pfft, soll doch nochmal der Strom ausfallen. Ich bin gewappnet. Allerdings frage ich mich, wie die hiesige Gemeinde mit dem Problem umgehen wird, dass wir im September 2012 einen plötzlichen Anstieg der Geburtenrate haben werden. Schließlich waren das 80 minütige gähnende Langeweile und endlich brauchten sich die Pärchen nicht darüber streiten, ob das Licht an oder ausbleibt beim Schäferstündchen.

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