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Dörthe's Diary
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Dörthe und der (Kuh)-Magen
Die Woche hatte ich mal beschlossen, weniger zu essen. Aber es ist immer dasselbe. Nimmt man sich mal auch nur einen Tag vor, sich mal ausnahmsweise zu zügeln, hat man nichts anderes mehr im Kopf. Das fängt dann morgens schon an. Weil man ja vorhat, weniger zu essen, trinkt man morgens ein leckeres Glas Fruchtbuttermilch. 63 Kalorien auf 100 ml. Aber man trinkt ja 250 ml. Also schon mal rund 160 Kalorien. Dann geht man an die Arbeit, aber ausgerechnet heute gibt jemand ein Frühstück – besser noch – Kuchen aus. Zack. Wieder 400 Kalorien. Denn es gibt ja lecker Mettbrötchen, Sahnetorte und guten Käse. Wahlweise auch als Kuchen. Mittags ist der Magen dann vom Vormittag so gedehnt, dass er zu knurren anfängt. Schließlich gibt man diesem Gefühl nach und tilgt die Reste vom Vormittag. Der Apfel und die Banane, die ursprünglich als Mittagessen vorgesehen waren, verschwinden gegen Nachmittag im Mund, da man nun beschlossen hat, wenigstens am Abend nichts mehr zu essen und dann kann man sich ja mittags noch die Kohlenhydrate gönnen. Man beachte, dass der Apfel auch mit 60 Kalorien auf 100 Gramm und die Banane mit stolzen 75 Kalorien auf 100 Gramm zu Buche schlägt. Als Zwischenmahlzeit schon nicht schlecht.
Aber dann geht es ja weiter. Abends zu Hause angekommen, tauchen diese unwiderstehlichen Gelüste auf. Da man ja erst nichts essen will, knabbert man an einem Stück Gurke, was aber nicht ganz das Richtige ist, dann ein paar Weintrauben und eh man sich versieht, wird die Tüte Chips aufgerissen und zusammen mit der halben Tafel Schokolade in den Mund gestopft. Das reicht aber nicht für eine komplette Abendmahlzeit und man isst noch, damit man was Ordentliches gegessen hat, irgendwas als Abendbrot. Zum Beispiel einen strammen Max mit Schinken, Käse, Tomaten und Ei. Lecker. Anschließend überlegt man sich, ob dies eine echte Essstörung ist oder einfach nur hormonell bedingte Fressattacken, die nicht weiter beachtet werden müssen. Ich stehe eher der These positiv gegenüber, dass mein Magen ein eigenständig denkendes Organ ist und einfach auch eine Art von ADS hat. Und kriegt er mit, dass er an einem Tag vernachlässigt werden soll und das bewusst und gezielt, zeigt er mir einfach, wer der Chef im Hause Dörthe ist!!! Die zweite Theorie ist, dass ich einen Bandwurm habe, der natürlich auch selbstständig denken und fühlen kann und sobald er die Nachricht aufschnappt, dass es heute nichts gibt, zu randalieren anfängt und ich dementsprechend viel essen MUSS!!! Egal wie, nachts kann ich dann meistens wegen den gefühlten 8000 Kalorien, die ich bestimmt zu mir genommen habe, nicht ganz so gut schlafen. Nicht dass ich ein schlechtes Gewissen hätte, aber irgendwie arbeiten diese aufgenommenen Lebensmittel doch ganz schön über Nacht. Oder aber der Bandwurm…
Ich weiß nicht, welche der beiden Theorien stimmt oder auch besser ist, aber solange ich es schaffe, auch zwischendurch normale Esstage an den Tag zu legen und damit einigermaßen mein Gewicht unter Kontrolle habe, mache ich mir nicht zu viele Gedanken. Ich überlege aber, ob ich meinen Magen Schrägstrich Bandwurm einen Namen geben sollte, damit ich mit ihm oder ihm kommunizieren kann. Ist doch mit Namen ein wenig persönlicher oder????

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