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Dörthe's Diary
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Dörthe will Meer!
Ein verlängertes Wochenende ist in Aussicht! Juchheeee! Dank der Montagsdemos der Ossis, Kanzler Kohl und meinetwegen auch dem Pressesprecher von Gorbatschow fiel der Einheitstag dieses Jahr auf einen Montag und Petrus wollte mir versöhnlich an Hand des abhanden gekommenen Sommers die Hand ausstrecken. Kurzum – Malte und ich beschlossen spontan das Land zu verlassen, um unseren netten Nachbarn, solange das Klima es noch nett mit ihnen meint, einen kurzen Besuch abzustatten, bevor die Städte durch getaute Eisbergen wie einst Atlantis im Meer versinken!
Direkt nach Feierabend ging es los! Verdeck auf, Hessen verlassend und das Willkommen-in-Nordrhein-Westfalen-Schild im Blicke und dann Stau auf der Sauerlandlinie. Naja macht nichts, denn im Cabrio ist es eh blöd zu schnell zu fahren. Nach sechs Stunden waren wir im Hotel!!! Ein von einem schwedischen Möbelhaus eingerichtetes und direkt neben diesem stehendes. Herrlich. Taschen ins Zimmer geworfen und ab nach Scheveningen. Ich wollte unbedingt ans Meer!!! Und da war es auch! Sehr wahrscheinlich. Gesehen habe ich nämlich noch nichts, da es dunkel war, aber gefühlt hatte ich es schon mal!!!
Am nächsten Tag ging es nach Amsterdam. Dies war dann wohl der teuerste Tag in unserem Leben, ohne dass wir irgendetwas Exklusives gemacht haben. Hier die kurze Spesenabrechnung für einen Tag zu zweit in Amsterdam:
Frühstück (beinhaltet 2 Kaffee, 2 Omelett, 1 O-Saft) 25 Euro
Madame Tussods (1 Stunde Rundgang) 38 Euro
Grachtenfahrt (1,5 Stunden mit 12 Leuten im Bootchen) 30 Euro
2 Heinecken gegen den Durst 6 Euro
Parkgebühren in Amsterdamer Parkhaus 28 Euro!!!!!!
2 T-Shirts im Hardrock Cafe 52 Euro
Abendessen (1 Topf Muscheln, 1 Steak, 2 Bier) 50 Euro
Nochmal Parken 4 Euro
Sonnenuntergang fotografiert bei schönstem Wetter unbezahlbar
Zusammen 233 Euro!!!!!
Scheiß drauf! Spass machen kostet nun mal Geld!!! Am nächsten Tag wurden wir mit noch schönerem Wetter belohnt! In diesem schwedischen Möbelhaus, was in Delft auch sonntags auf hat, ließen wir uns von dem Plakat beeindrucken und gingen für angeblich 1 Euro pro Nase frühstücken. Nun ja, es ist ein Lockangebot, aber wir zahlten dort immerhin nur 14 Euro zusammen. Das ging ja. Dann fuhren wir nach Scheveningen, um endlich ans Meer zu kommen. Doch das haben sich noch ein paar andere Holländer sowie der Rest der Welt gedacht, denn es war wirklich nicht ein einziger Parkplatz zu bekommen. Wir fuhren einfach weiter am Meer entlang und gerieten dann nach Kijkduin. Das war die Parksituation ähnlich desaströs, nur das die Parkplätze hier kostenfrei waren. Ich war am Verzweifeln!!! Dabei wollte ich doch soooo gerne ans Meer!!! Gegen Spätnachmittag und drei Stunden Suchen, hatten wir dann endlich einen Parkplatz gefunden, so dass ich um viertel vor fünf meine Füße sehnsüchtig in das kühle Nass tauchen konnte. Was konnte es schöneres geben!??!?
Natürlich blieb es nicht bei den Füßen. Hatte ja schließlich einen Bikini an. Natürlich hatte ich mir aber keine Gedanken gemacht, wie ich mich wieder trocken bekomme, denn an ein Handtuch hatte ich nicht gedacht. Egal. Barfuß zum Auto, Jeans geht auch mal ohne was drunter und der Rest wurde im Fahrtwind auf dem Weg zum Hotel auch wieder trocken.
Und wenn ich gedacht habe, dass sechs Stunden schon viel für die Hinfahrt war, wurde ich eines besseren belehrt. Man kann auch noch länger im Stau stehen!!!! Über acht Stunden haben wir nach Hause gebraucht und gegen elf Uhr nachts waren wir am Tag der deutschen Einheit zurück. Allerdings war ich trotzdem glücklich einmal in diesem Jahr das Meer gesehen zu haben. Und ich will nächstes Jahr definitiv mehr Meer!!!!

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