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Dörthe's Diary
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Erfahrungsbericht über einen digitalen Recorder
Vom Weihnachtsgeld muss man sich ja auch mal was gönnen. Also habe ich mir für meinen Digitalen Kabelanschluss einen Recorder bei meinem Anbieter bestellt. Astrein! Das Ding kann nun alle Reportagen aufnehmen, die mich interessieren würden, ich aber nie gucken kann, weil sie zu ungünstigen Zeiten ausgestrahlt werden. Und ich habe Bild in Bild! Und man kann zeitverzögert gucken. Alles in allem eine feine Sache, die man nie braucht. Aber ich will ja nicht der Zeit hinterherhinken! Aber wisst ihr, was das für ne Arbeit ist, alle Programme wieder einzustellen?!?! Jede Menge. Auf meiner neuen Smartkarte haben allerdings ein paar Programme gefehlt, die ich vorher hatte und somit rief ich beim Kundenservice des Anbieters an. Soweit so gut.
Am nächsten Tag wollte ich voller Stolz Birte meine neue Errungenschaft zeigen. Ich präsentierte das Gerät und erklärte, dass ich sogar während einer Sendung wie bei einer DVD auf Pause drücken kann, um zum Beispiel die Toilette aufzusuchen. Erklärt und getan, ich drückte auf Pause und es passierte NIX! Blöd… Eigentlich ging gar nichts – weder aufnehmen noch Pause noch sonst was. Birte fand den Recorder doof und ging heim. Nachdem ich dann doch mal die Beschreibung gelesen hatte, das Ding „resettet“ hatte (man nimmt es einfach vom Strom, wenn es aus ist und wartet ein paar Sekunden, bevor man es wieder anstellt) und auch sonst alles vergebliche getan hatte, klemmte ich mich ans Telefon und rief die vielversprechende Nummer des Vortages an, um nach einer Lösung meines Problems zu fragen. Ich kämpfte mich also durch die computergeführte Ansagen. Hatte ich nun eine Frage zur Technik oder wollte ich die Kundenbetreuung?!? Hhm, ich entschied mich für die Technik. Da war ich dann – warum auch immer – falsch, aber nach einigem Hin- und Herverbinden, geriet ich an einen Sachbearbeiter, der mir Schritt für Schritt erklärte, was ich tun sollte, obwohl ich dies ja bereits alles versucht hatte. Es entstand eine größere Diskussion zwischen uns beiden und ich wollte ihm schon das DU anbieten, denn solange telefoniere ich eigentlich nur mit Freunden oder Familienmitgliedern, als er doch zum Entschluss kam, mir einen Techniker nach Hause zu schicken. Da es aber Freitagabend war, stellte der nicht mehr ganz so nette Mensch am Telefon fest, dass frühestens Montag jemand vorbei käme, sich aber natürlich vorher telefonisch anmelden würde!
Ich war sauer und ging ins Bett. Das war auch gut so, denn Samstag morgen um halb acht klingelte mein Telefon, eine freundliche Frau erklärte mir, dass zwischen acht und zwölf ein Techniker kommen werde. Ich war im Stress. Oder doch nicht?!? Wenn ich mich jetzt gemütlich anziehen würde, klingelt er um zehn vor acht. Würde ich mich dagegen beeilen, kommt er nicht vor eins. Ich entschied mich trotzdem für die hektische Variante, musste dafür allerdings nur bis um halb zehn warten.
Fachmännisch machte er all die Dinge, die ich am Vortag bereits selbst probiert hatte, aber der Recorder ließ sich auch nicht von einem Mann mit Overall beeindrucken und blieb stur. Nach einer halben Stunde erklärte er mir, dass das Gerät wohl defekt sei. Ich unterdrückte die patzige Antwort, dass ich dies bereits seit gestern wusste und entschied mich für ein Schulterzucken und die Gegenfrage, was nun zu tun sei. Glücklicherweise (für ihn oder mich bleibt offen) hatte er ein Ersatzgerät mit und schloss es hoch fachmännisch an. Naja, er hatte ja nur die Kabel aus dem einen Gerät rausgezogen und in das neue Gerät wieder eingesteckt.
Aber dann offenbarte sich doch seine Unkenntnis, in dem er sehr unsicher den Sendersuchlauf in den einzelnen Untermenüs suchte. Ich fragte vorsichtig, ob ich mal die Fernbedienung haben konnte. Zack zack, Sendersuchlauf! Und siehe da 238 Programme gefunden.
„Äh, müssten dies nicht 271 Programme sein?“ Ich hatte dieses Spiel ja schon freitags durchgemacht, mehrfach versteht sich und diese Zahl war mir noch im Hirn eingebrannt… Er schaute seltsam, aber holte trotzdem sein Messgerät, um dann festzustellen, dass ich einen Wackelkontakt im Kabel habe. Nachdem wir dieses ausgetauscht hatten (inzwischen waren wir ein tolles Team, in dem auch ich voll anerkannt war), startete ich erneut einen Suchlauf und siehe da 271 Programme gefunden. Nun funktionierte auch die Recorder- und Pausefunktion. Ich erklärte ihm noch ein paar Sachen, die der tolle Recorder konnte. Zum Beispiel ein Programm über die Speicherfunktion aufnehmen, während man ein anderes manuell aufnimmt und gleichzeitig ein drittes pausieren lässt. Staunend hörte er zu, denn obwohl er selbst diesen Recorder im Privatgebrauch hatte, waren ihm diese Funktionen gänzlich unbekannt. Nun, was soll ich noch sagen. Er füllte den Auftragszettel aus, ich sortierte meine Sender zum 18. mal und wir waren gleichzeitig mit beidem fertig. Anscheinend hat einer von uns beiden seinen Beruf verfehlt und ich sollte mich mal bei den hiesigen Kabelanbietern umhören, ob die für mich noch einen Job als Technikerin haben!
Vielleicht arbeite ich demnächst bei Kabel Deutschland oder Unity Media…

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