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Dörthe's Diary
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Es fährt ein Zug… Teil 2

Letzte Woche habt ihr die Geschichte mit der Zugfahrt nach Essen lesen können. Und heute geht es um die Heimfahrt. Innerhalb von ein paar Tagen vergaßen wir die Strapazen, die wir auf der Hinfahrt hinnehmen mussten. Und wir hatten was gelernt! Wir geben nichts auf Spartickets – zurück geht’s auf angenehme und teure Weise fast ohne Umsteigen nach Hause!

Nur einmal in Hagen und man ist in guten zwei Stunden auf dem Bahnhof in Gießen. In Essen erlebten wir so einiges. So zum Beispiel, dass Meike sehr viel Jägermeister Kirsch in sich reinkippen kann, während wir echt zu kämpfen hatten. Allerdings sah sie zu späterer Stunde nicht mehr ganz so gut aus, als wir mit dem Taxi heimfuhren. Der Taxifahrer machte auch große Augen als sie voller Stolz ihre Bluse aus der Handtasche zog und sehr betrunken sagte: „Kumma, habe Kötzerchen auffe Bluse gemacht, deswegen hab ich sie aussezohgen!!!“ Und wir hatten uns gewundert, warum sie in der wirklich warmen Lounge die Jacke nicht mehr ausgezogen hatte! Also können Dorfkinder doch noch etwas mehr vertragen als die Mädels aus der Stadt!!!

Wie gesagt, die Zeit verging wie im Flug und rasch war der Abschied nahe. Unser Zug ging am frühen Abend, so dass wir noch genug Zeit zu Hause hatten, um Taschen auszupacken und die erste Maschine Wäsche erledigen konnten. Prima Plan! Am Nachmittag des Abreisetages tranken wir noch Kaffee und um die Zeit bis zur Abfahrt zu überbrücken, dann auch noch ein Gläschen Sekt, aus dem dann wiederum ein Fläschchen wurde. Naja wir Frauen von Welt (Reiseerfahrungen hatten wir ja zu genüge!) können das schon vertragen.

Meikes Mann brachte uns zum Bahnhof. Birte und ich standen am Gleis, wo unser Zug fahren sollte und ließen die Tage nochmals Revue passieren. Es war wirklich lustig in Essen gewesen und zu schade, dass solche Tage wie im Flug vorbeigehen. Der Zug kam und wir stiegen ein. Freudestrahlend holte Birte die nächste Flasche Sekt raus! Hatte uns Meike – der es mittlerweile wieder bestens ging - „Füraufnweg“ eingepackt.

Der Zug hielt und verwundert stellten wir fest, dass uns die genannte Station völlig unbekannt war… Was war hier denn nun schon wieder los?!?! Eine Station weiter und ein noch unbekanntere Name wurde uns vom Zugführer durch den Lautsprecher gebrummelt. Ich nahm meinen Mut zusammen und fragte eine ältere Dame, die mit uns am Hauptbahnhof eingestiegen war, ob der Zug nicht nach Hagen fahren würde. Sie lachte: „Dat hab ich mir schon jedacht. Warn se so am quatschen, dat Se die Durchsaje nich gehöat haben, dat die nach Hagen wolln, nich in den Zuch einsteigen solln!??! Der hier fährt nach Hamburch.“

Super. Wir stiegen kleinlaut an der nächsten Station wieder aus, fuhren zurück nach Essen Hauptbahnhof, kauften ein weiteres Ticket nach Frankfurt und ließen uns dort von Paul gegen halb eins nachts dort am Bahnhof abholen. Es war uns einfach zu unsicher, dass wir in Frankfurt wirklich den Zug nach Gießen kriegen und uns nicht ein weiteres Mal verfahren würden!

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