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Dörthe's Diary
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Gesetzlich oder privat versichert?!

Birtes Freund Paul ist privatversichert – da selbstständig. Schön für ihn! Und mein Kumpel Marc ist Beamter. Auch toll! Wisst ihr, was das genau heißt?? Die gehören zur Erste-Klassen-Gesellschaft, weil sie PRIVAT versichert sind. Und das schlimme ist, sie heulen rum und behaupten, dass das nicht stimmt. Aber ich habe es ihnen bewiesen. Marc und ich brauchten einen Termin beim Augenarzt. Beim selben Augenarzt wohl bemerkt. Also nahm ich das Telefon – in seinem Beisein und rief an. Trotz Beschwerden (oder vielleicht hatte ich auch Glück, dass ich Beschwerden im Auge hatte – nicht, dass ich mich beschweren wollte!) bekam ich ratzfatz nur sechs Wochen später einen Termin. Geht doch, oder? Danach rief Marc an. Also entweder war zwischen unseren beiden Anrufen noch ein weiterer Anruf, der just für diese Woche noch mehrere Termine absagte oder aber (und das ist meine Vermutung) es lag an seinem Versicherungsstatus, dass er sich sogar aussuchen konnte, an welchem Tag UND um welche Uhrzeit er in der selbigen Woche noch antreten mochte. Und über so was rege ich mich nun mal furchtbar auf.

Auch darüber, dass inzwischen – egal bei welchem Arzt man vorsprechen möchte – nach einer schon unglaublich langen Wartezeit – aufgerufen wird, allerdings nicht um endlich diesem Herrn Aug in Aug gegenüberzutreten, sondern lediglich von der Arzthelferin interviewt zu werden, welche Zusatzleistungen man in Anspruch nehmen möchte. Die sind zwar alle privat zu begleichen und werden nicht von der Krankenkasse getragen, aber sind doch soooo lebensnotwendig! Es wird einem suggeriert, der Körper sei einem so scheissegal und das winzige Sümmchen von 680 Euro zu viel, wenn man sich noch nicht mal um eine genaue Diagnose seines linken kleinen Zehs bemüht und ohne den Ultraschall des Zwölffingerdarms bei vollständiger Magenentleerung, sei man sowieso nicht lebensfähig sowie die Messung des Augeninnendrucks, welcher die Gesundheit an sich um mehrere Jahre erhält. Was macht man?? Man schaut sich leicht irritiert die Liste mit Zusatzleistungen an und liest – wie schon im Restaurant die Speisekarte – von rechts nach links, um sich dann für das günstigste zu entscheiden, damit man nicht als kompletter Idiot da steht und den mahnenden Blicken der bösartigen, aber wohl kapitalistisch erzogenen Arzthelferin standhalten und danach in die ebenso von Dollarzeichen blinkenden Augen des Arztes blicken muss. Ich habe auch die Vermutung, dass man noch drei Stunden länger warten muss, wenn man diese Liste einfach ignoriert und nichts davon in Anspruch nehmen möchte.

Letztens sagte ein Arzt zu mir, dass ich unbedingt einen Ultraschall gemacht bekommen muss. Ich hatte diesen aber doch vorher schon dankend abgelehnt und fragte ihn besorgt: Aber das kostet doch direkt wieder viel Geld!?!?!  Worauf er mich förmlich anbrüllte, dass dies nur der Fall sei, wenn ich das von mir aus wolle. Wenn er das sagt, hat das die Krankenkasse zu bezahlen. Ach!??! Und warum sollte ich wohl was wollen, was der Arzt wiederum gar nicht für notwendig befindet, denn wenn er es täte, bräuchte ich es nicht zu wollen?!?!?

Ihr seht, dass dies alles nicht so einfach ist. Und der Marc und der Paul gehen weiterhin fröhlich pfeifend zu ihren Ärzten und zwar wann sie wollen. Und der macht dann alles, was sie und er wollen, denn schließlich zahlt ja die Versicherung und beim Beamten dann auch noch die Beihilfe. Und das sie ihre Medikamente ja schließlich teils selber zahlen müssen, findet bei mir auch kein Mitleid, da auch wir zweitrangigen Kassenpatienten bei vielen Dingen selbst und tief in die Tasche greifen müssen, da auch diese von unseren Kassen nicht mehr finanziert werden. Ist doch so, oder???

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