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Dörthe's Diary
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Kindererziehung im Jahr 2011

Ich mag ja Kinder. Klar will ich auch irgendwann welche haben. Aber ich habe echt Angst davor, dass es mir so geht, wie allen frischgebackenen Müttern und sogar Eltern. Da wird die oberschrillste Ausgehmaus von früher auf einmal zur hinterletzten grauen Maus. Just in dem Moment, wo sie Eltern werden, wird keinerlei Wert mehr aufs Äußeres gelegt und sie werden zu Tupperexperten, obwohl sie vorher noch nicht mal fähig waren, ein Spiegelei zu backen.

Und dann gibt es auch nichts mehr als ein Thema. Nur noch: wie süß ist mein Baby, das süßeste überhaupt (klar sagt keine Mutter von ihrem Kind, dass es hässlich wie die Nacht ist, obwohl das JEDER andere denkt), wie schlau doch der kleine Stinkpupser ist (auch da widerspreche ich. Nur weil das Kind mit 9 Monaten laufen kann, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es später Höchstleistungssportler wird und meiner Meinung nach wäre es schlauer gewesen, mit dem Laufen später anzufangen, denn solange man dies nicht kann, wird man herum getragen!) und das größte ist doch: och wie niedlich es die Schubladen ausräumen kann.. Wo ist das niedlich??? Gibt es denn nicht mehr die Möglichkeit dem Kind Grenzen aufzuzeigen und es ihm (meinetwegen auch vernünftig) zu erklären, dass es an Stereoanlagen, frisch geputzten Glasscheiben und vor allem an der DVD Sammlung nichts verloren hat?? Immerhin stapeln sich zu 100fach Teddybären, Barbiepuppen und elektrischer Kram, den ich mit 37 nicht kapiere, in den je nach Geschlecht rosa oder blaugefärbten Kinderzimmern. Da ist meiner Meinung nach genug (und zwar viel zu viel) des ganzen Zeugs, welches die Kinder viel zu früh geschenkt bekommen, mit dem sie sich doch ausgiebig beschäftigen können.

Klar ist so ein Nein für die Mutter schwierig zu sagen, lernt sie es doch schon nicht bei den Ehemännern, Arbeitskollegen oder ihrer bester Freundin, einen Gefallen abzuschlagen. Doch meines Erachtens wird den Kindergärtnerinnen viel zu viel aufgelastet, dass sie dann den Kindern die Bedeutung des Wortes vermitteln müssen. Am liebsten sollen die dann auch gucken, dass die Kinder trocken werden. Uiuiuih… Zu meiner Zeit durfte man erst in den Kindergarten, wenn man ohne Windeln auskam.

Aber zum Glück gibt es ja die Männer. Wenn ihr mit denen mal einen trinken geht und ein bisschen nachbohrt, kommt so nach und nach die Wahrheit ans Licht. Da kriegst du dann von einem Bär vom Mann die weinerliche Aussage: „Weißt Du, wenn mir früher einer nur halb soviel auf den Sack gegangen wäre, hätte ich den platt gemacht. Jetzt macht es mir nichts aus, dass ich die ganze Nacht auf der Bettkante balanciere, damit das Kind quer im Bett liegen kann!“ (Und das mit sieben, weil man sich ja auch als Eltern dran gewöhnt hat!) Da wird das Kind nachts rüber geholt, obwohl es bettelt, wenigstens bei sich im Zimmer einschlafen zu können.

Ich weiß, ich kann nicht mitreden, denn ich habe noch kein Kind! Aber wenn, dann schwöre ich genauso wie all die anderen Mütter vor mir, dass ich es in keinem Fall sooo weit kommen lasse!!!!

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