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Dörthe's Diary
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Meditation, eine Traumreise am Strand

Nun habe ich mich mal – zwecks Steigerung des guten Körpergefühls – bei der Volkshochschule zu einem Kurs „Meditation, Traumreisen und Hypnose“ angemeldet. Hörte sich interessant an. Man sollte dort gezeigt bekommen, wie man abschaltet und sich entspannt. Für mich als supergestresste Zahlenakrobatin genau das richtige.

Erster Abend: man sollte bequeme Kleidung und ne Matte mitbringen. Ich fand mich rechtzeitig ein und überlegte, ob ich direkt Reißaus nehmen sollte. Wisst ihr, ich habe ja keine Vorurteile, ABER müssen die denn direkt alle SO alternativ aussehen??? Männer mit zotteligen langen Haaren und Frauen, denen man genau ansah, was sie von einer gepflegten Achselrasur hielten, tauschten vor dem Raum mit gedämpfter Stimme selbstgemachte Müsli- und Tofurezepte aus. Soweit so gut. Irgendwann kam auch der Kursleiter, begrüßte uns natürlich „Duzend“ und bot eine Übersicht, was so alles auf uns zu kommen würde.

Dann kam eine Übung. Wir sollten zehn (!) Minuten im Schneidersitz an nichts denken und dabei die Augen geschlossen halten. Okay, das ist einfach, dachte ich. Doch bereits nach nicht ganz einer Minute, kribbelte meine Nase. Darf man sich bewegen?!?!? Hhm. Ich machte ein Auge auf, um zu gucken, was die anderen taten. Die bewegten sich nicht. Meine Nase beschloss sich zu kräuseln. Besser! Dann fing mein Fuß an, der wohl an extremen ADHS litt, sich zu melden! Er kribbelte auch! Dann war er wohl beleidigt, nicht die Aufmerksamkeit zu bekommen, die er eigentlich verdient hat und beschloss einzuschlafen. Wieder machte ich ein Auge auf. Okay, eine weitere Minute war vergangen. Nur noch acht!!! Achso, an nichts denken sollte ich ja… Wie denkt man denn an nichts!!??! Eiiiiinnaaaaaaaaaaaaaaatmen, aaaaauuuusaaaatmeeeeen… jetzt dachte ich daran. Und daran, dass ich Hunger hatte. Eeeeeiinnnn Schnitzel, aaaaaaaaauuuuuuussssss Schwein… machte auch keinen Sinn und ich dachte ja immer noch an was. Also an NICHTS denken. Nichts nichts nichts… Laaaaannnnngweilig. Ich machte wieder ein Auge auf… Supi! Fünf waren geschafft. Also die Hälfte! So ging das weiter. Mein anderer Fuß sowie das Bein vom ersten Fuß schliefen ein, alles an mir war quasi eingeschlafen und ich völlig verspannt!!! Dabei sollte das doch entspannen!! Irgendwann wurde ich zum Glück erlöst und zwar gerade als mein Körper beschloss völlig zu versteifen.

Nun gut, nächste Übung! Nachdem wir zum Glück uns etwas die Beine vertreten konnten und ich meine Füße dazu gebracht hatte, wieder aufzuwachen, durften wir uns auf unsere Matten legen und unserer Körper FÜHLEN! Erst die Arme, Hände, Füße und Beine und dann den Rest. Super, meine ADHS-geplagten Körperteile bekamen endlich die von ihnen gewünschte Aufmerksamkeit und freuten sich. Aber sie sollten schwer und schwerer werden. Taten sie. Mit ihnen auch mein Hirn. Keine Ahnung, was der Typ noch alles sagte, ich kam nur noch auf die imaginäre Wiese und dann schlief ich vor Erschöpfung tief und fest ein. Mich kriegten sie auch nicht nach Beendigung der Reise wach. Und die anderen fanden es auch doof, von meinem lauten Gesäge (anscheinend traf ich auf einen Baum, der mich störte) ständig gestört zu werden.

Und so verbannten sie mich nach nur einem Kursabend. Schade. Dabei wollte ich doch noch soo gerne unter Hypnose in eine Zitrone beißen und bellend denken ich sei ein Vogel…

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