Navigation
Navigation
Navigation
Dörthe's Diary
Du möchtest ein Thema vorschlagen? Hier klicken!
Navigation

Unheilige Aufnahmen

Malte kam letztens in mein Büro. Sehr verdächtig grinsend erklärte er mir, dass er mich einladen wolle. Auf ein Konzert! Auf ein schönes Konzert!!! Und zwar ein Open Air Konzert. Nun gut, das ist in Ordnung, da ich beschlossen habe, kein Konzert mehr in irgendwelchen Hallen zu besuchen. Wo war denn der Haken?? Der Haken war, dass es ein Konzert von UNHEILIG war. Unheilig ist jetzt nicht unbedingt meine Lieblingsband. Die Texte sind mir zu schnulzig, die Musik entweder nicht hart genug für die „Neue Deutsche Härte“ oder zu hart für ne normale Popband. Zudem bin ich sehr unentschlossen, ob der „Graf“ nicht singen kann und deswegen nur spricht oder ob es einfach nur weder gewollt noch gekonnt ist, was die da so in die Welt rausposaunen…

Nun ja, Malte hat zwei Karten, ich hatte nichts vor und ehe ich mich versah, gingen mir auch die Gegenargumente aus und ich sagte zu. Kurz gesagt und schon vorweg genommen – ich hatte Spaß so wie noch nie zuvor auf einem Konzert! Es lag allerdings nicht an der Band, sondern eher an dem drum herum. Das Wetter spielte leider nicht mit und es kamen immer wieder kleinere Schauer vom Himmel herab. Das hielt aber manche nicht davon ab, glatzköpfig und im Anzug als Ebenbild vom Grafen rumzulaufen. Das sah echt klasse bei dem Wetter aus. Überrascht war ich von den unterschiedlichen Menschen. Junge und alte, große und kleine, weniger schöne und hässliche Menschen. Das folgende Szenario ereignete sich übrigens wirklich, erstreckte sich über anderthalb Stunden und ist stark gekürzt:

Ein Mann – naja was heißt Mann.. kennt ihr die Serie auf Pro Sieben „Das Model und der Freak“???? So einer halt stand vor mir. Aufmerksamkeit meinerseits bekam er dadurch, dass er zwei Handys hielt. In einer Hand. Die wiederum nach oben zeigte. Die Handys sollten das, was auf der Bühne passierte aufnehmen. Gleichzeitig dasselbe. Dabei wippte er ungelenk mit den Beinen und außerhalb des Taktes klatschte die andere Hand auf seinen Oberschenkel. Immer wieder brauchte er aber die linke Hand, um die beiden Handys in Position zu bringen. Ich stand wiederum fasziniert da und hatte total vergessen, dass vorne auf der Bühne der Graf seine berühmten Verrenkungen mit den Händen machte. Ich nenne es übrigens Fingertanzen. Und irgendwann passierte es! Der Speicher seines Handys war voll! Gespannt schaute ich, was er nun machen würde.. Er kramte in seiner Tasche herum und holte eine Digitalkamera raus. Weiter ging es mit Handy und Kamera, was viel schwieriger war, denn die Kamera war größer als das Handy vorher. Und nun passierte wieder was. Auch das zweite Handy versagte, da auch dort der Speicher voll war. Ich war nun sicher, dass er sich nun vollends auf seine Kamera konzentrieren konnte aber NEIN! Er holte den IPod nano hervor. Und balancierte ab diesem Zeitpunkt mit Kamera und IPod. Wie gesagt – einhändig. Die linke  Hand immer wieder hektisch klopfend am Oberschenkel oder wahlweise, wenn andere Konzertbesucher beidhändig richtig Bühne im Takt winkten, auch in die Luft gestreckt dafür doppelt so schnell wie alle anderen winkend (was bestimmt damit zu tun hatte, dass man einhändig ja genauso oft winken muss wie andere beidhändig), dabei vergessend dass er ja eigentlich eine Video aufnahm – mit zwei Geräten (ich muss es einfach wiederholen), rechtshändig auch im oder außerhalb des Taktes wippend… Ich konnte nicht mehr! So gelacht habe ich selten! Spannend wurde es erst recht als der Graf die Leute bat in die Hocke zu gehen. Alle – auch er – taten dies. Dann bemerkte er, dass er ja jetzt besser filmen konnte und sprang wieder auf, hatte aber dann wohl wieder angemessenen Respekt vor den Wünschen des Grafen, ging in die Hocke zurück und hielt den rechten Arm tapfer mit Ipod und Kamera hoch! Als alle auf Kommando hochsprangen, verlor er leider den Ipod und verbrachte gute zehn Minuten damit, diesen auf der dunklen Wiese wiederzufinden. Ein bisschen Leid tat er mir schon, aber ohne ihn hätte ich mich wirklich nur halb zu viel amüsiert!

Danke Malte!!!

weitere Erlebnisse von Dörthe’s Diary

Navigation